Mittsommerfest: schön und groovy

(Foto: © Berodt)

Feier“-Tag zur Eröffnung des KulturSommers 2018 bei den Museen auf der Domhalbinsel in Ratzeburg: Groß und Klein strömen heran, um den Tag zu erobern. Die jungen Streicher, Bläser und Tastenkünstler der Kreismusikschule stimmen das Publikum mit Liebesliedern und Romanzen, Tangos und Volksweisen auf das fröhliche Fest ein. Während die einen noch am Picknick naschen, tanzen nur wenige Schritte weiter die anderen schon um die blumengeschmückte Majstång, angesteckt von den Musikern, die mit Geigen, Nykkelharpas und Akkordeon ihre Freude am Lebensgefühl und der Volksmusik aus Schweden weitergeben.

Nebenan beginnt zur blauen Stunde das „Tischleich-deck-Dich“ fürs White Dinner. Die Mitglieder der A.-Paul-Weber-Gesellschaft bauen am Hochufer des Sees Tische und Bänke auf. Sie füllen sich zügig. Bollerwagen werden ausgepackt, die Tische gedeckt, die Kleinen nochmal zum Spielen geschickt.

Gläser klingen, Porzellan klappert, eine Gesprächskulisse baut sich auf. Was gibt es nicht alles zu teilen bei diesem Dinner: frische Früchte und bunte Salate, würzige Frikadellen und Fisch auf Vollkornbrot, Fingerfood und Kuchen, Weine und Sekt. Zum Klang der Geigen hinterm nächsten Grün nehmen die festlich weiß gekleideten Damen und Herren endgültig Platz. Dann kehrt Stille ein – jetzt wird geschmaust.

 

Die Stille ist in den Dom gewandert, wo bei heranziehender Dunkelheit ein Konzert mit geistlicher Musik beginnt. Fünf Frauen- und vier Männerstimmen,Orgel und Cello (er)füllen die Zuhörer und den Kirchenraum mit 400 Jahre alten, fantastisch vorgetragenen Kompositionen. Der Geist kommt zur Ruhe, das Herz folgt intuitiv dem Klang der Emotion. Das Wechselspiel zwischen alter und neuer Musik setzt sich im Refektoriumskonzert des Jazzclubs Ratzeburg fort. Bei einem Glas Wein lassen die Zuhörer

sich entspannt und staunend zur Mitternacht führen. Die Jugend kombinert moderne Filmmusik mit Liedern aus der Renaissance, während gesettelte Soundwelten für morgen entwickeln. Total groovy und einfach nur schön.

Unter freiem Himmel feiern, während andere zu Hause am Kaminfeuer sitzen; das schwedische Lebensgefühl hochleben lassen in Freundschaft statt im Wettkampf; mit geistlicher und weltlicher Musik Emotion und Atmosphäre zu schaffen; Altes und Neues in einem Konzert genießen, wenn die Sonne untergegangen ist  – das ist der KulturSommer. (ea)

(Fotos: © Berodt)

Print Friendly, PDF & Email