Dem Wasser entstiegen, der Schwerkraft entflohen

Das Kanu. Beim KulturSommer am Kanal ist es das gängige Mittel zum Zweck, um ein Bühnenspektakel unter freiem Himmel zu ermöglichen. Ohne Kanu kein Kanu-Wander-Theater. So einfach ist das.

Doch was ist in Zeiten des Abstands noch gängig? Die Kanus als Vehikel für den Schauspielfreund sind es jedenfalls nicht. Wie so viele und vieles benötigen sie, um gebraucht zu werden, in diesen Tagen eine andere Rolle. KulturSommer am Kanal-Intendant Frank Düwel hat sie gefunden. „Die Kanus, die die Gäste immer geduldig gefahren haben, hatten zu diesem Zeitpunkt die Sehnsucht, mitzuspielen und Teil der poetischen Geschichte zu sein. Die Kanus verlassen das Wasser.“

Die Boote werden also zu Akteuren – zu Protagonisten. „Sie wandern zu den Menschen“, so Düwel weiter, „sie schweben leicht durch die Orte, die sie besuchen.“ Die Schwerkraft sei bei ihnen aufgehoben, sie seien von Fischen, Vögeln und Wolken umgeben. Es handele sich um „fröhliche Kanus“, die als Installationen und Skulpturen einen poetischen Humor verbreiten sollen.

Wie diese von der Schwerkraft befreiten Kanus aussehen, kann das KulturSommer am Kanal-Publikum zunächst am Sonntag, 7. Juni, in Büchen entdecken. Von dort werden sie dann eine Reise durch den Kreis antreten. Eher schwebend als schwimmend versteht sich. Helden ihres eigenen Schauspiels.

Physikern könnte dieses Phänomen Kopfzerbrechen bereiten. Den Protagonisten des Kanu-Wander-Theaters womöglich auch. Nur haben auch sie in Zeiten des Abstandes eine neue Rolle gefunden. Welche das ist? Nun, verehrtes KulturSommer am Kanal-Publikum: Sie werden es erfahren, Sie werden es erleben.