Draußen auf unbekanntem Terrain

Für den KulturSommer am Kanal begibt sich Ingrid Kunstreich auf unbekanntes Terrain. Klar ist für sie nur, dass es nach draußen geht – ins Freie. „Es kann sein, dass wir mal an einem Fluss, mal mitten in einer Stadt oder in einem Park singen“, sagt die Kastorferin.

Für den KulturSommer am Kanal begibt sich Ingrid Kunstreich auf unbekanntes Terrain. Klar ist für sie nur, dass es nach draußen geht – ins Freie. „Es kann sein, dass wir mal an einem Fluss, mal mitten in einer Stadt oder in einem Park singen“, sagt die Kastorferin.

Schlaflose Nächte bereitet ihr das nicht. Kunstreich ist nicht nur eine erfahrene Sängerin. Sie ist ein Vollprofi. Die 60-Jährige hat Gesang studiert, Chorleitung an einer Akademie gelernt und jede Menge Erfahrung angehäuft. Seit zig Jahrzehnten leitet sie Gesangensembles. Aktuell ist sie für vier Chöre verantwortlich. Dazu zählen die Baltic Jazz Singers, der Frauenchor Ratzeburg, der Berkenthiner Kirchenchor sowie in Schiphorst ein großer gemischter Chor.

Und dennoch: Das Singen unter dem Dach der Welt ist etwas Besonderes und durchaus eine Herausforderung. „Ich weiß nicht, ob es regnet“, sagt Kunstreich, „ich weiß nicht, wie der Wind weht. Wir müssen da ganz spontan sein. Aber ich freue mich auf die Begegnung mit den Menschen.“

Der Chor formiert sich immer erst vor Ort. Proben ist nicht. Das KulturSommer-Format „Singen und Klänge in der Natur“ bedeutet: Wer da ist, kann mit einstimmen. Um die Hemmschwelle herunterzusetzen, hat sich Kunstreich die Unterstützung ihrer „Baltics“ gesichert. Der gemischte Chor soll auch die schüchternen Männer und Frauen zum Singen ermutigen. Zudem werden die Sängerinnen und Sänger von einem Instrumentalisten begleitet. Und: Die Songs, die Kunstreich aufrufen will, kennt jede(r). Dazu gehören bekannte Volkslieder und legendäre Schlager von Udo Jürgens bis Vicky Leandros.

Wenn es dann endlich losgeht, werden die Sängerinnen und Sänger einen Moment brauchen, um sich an die Open Air-Kulisse zu gewöhnen. „Man hört sich mit allem, was man zu bieten hat“, sagt Kunstreich, „Man nimmt sich selbst sehr stark war.“ Die akustische Situation sei eine komplett andere als in einem Saal.

Dafür winkt das Gefühl von Freiheit in der Gemeinschaft: Sich draußen versammeln zu können, zu spüren, wie etwas Gemeinsames erwächst und ein Teil davon zu sein. Für Fragen der Akustik bleibt da kein Raum – schon gar nicht, wenn mit Chorleiterin Kunstreich eine so professionelle Impulsgeberin am Start ist, die sich das Motto des KulturSommers am Kanal „Am Ufer – die Freiheit“ offenbar auf die Fahnen geschrieben hat.

„Ich freue mich darauf“, sagt sie, „mit Chor und Publikum neue Räume zu erobern“.

Die Orte und Termine für das „Singen und Klänge in der Natur“ werden während des KulturSommers am Kanal über die Webseite und über die App des Festivals veröffentlicht. Auch die Liedtexte werden Online zur Verfügung gestellt. Das Festival findet vom 5. Juni bis 5. Juli statt.