Coralie präsentiert Poetry und Gesang in ihrem Stück „Es ist an der Zeit“.

Die beiden jungen Musiker*innen präsentieren den Song „Sweater Weather“

Stina Kurzhöfer vom Sprache-Kultur-Mobil (Pädico e.V.) hat für euch ein Video gedreht, in dem sie euch zeigt, wie man ein ganz einfach ein eigenes Würfelspiel basteln kann! Die Vorlage für die Druckbögen gibt es hier.

Elias Hirschl und Fabian Navarro gehen literarisch der Frage nach: „Gehört der Toaster auf den Tisch oder nicht?“

Soundwalk, ein neues Format des Kultursommers! Musiker aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg laden Sie dazu ein, Ihren Spaziergang durch Orte und Landschaften der Region musikalisch zu untermalen. Weiter geht es mit Peter Köhler (Cello, Gitarre) und Benjamin Lütke (Schlagzeug, Percussion). Die beiden Musiker haben für einen Spaziergang an der Elbe von Lauenburg nach Schnakenbek eine „begleitende Musik“ kreiert.

Peter Köhler und Benjamin Lütke beschäftigen sich in vielen Projekten mit experimentellen Klängen und musikalischen Collagen und haben mit Schriftstellern, Schauspielern, Künstlern und Tänzern zusammengearbeitet und diese musikalisch begleitet. Bei ihrer Musik – auch wenn man das nicht denken sollte – ist alles live, die Musiker arbeiten mit Liveelektronik und Loops, die Musik ist zu einem von den Musikern erstellten Film eines Pinnseespaziergangs live produziert und aufgenommen. Lassen Sie sich überraschen – Spazierengehen einmal ganz anders!  

Sie können die Musikdatei hier direkt anhören:

Märchenerzählerin Anna Malten hat mit Konzilius ein Video gedreht – schaut doch mal rein!

Das Thema, das uns momentan alle umtreibt hat Klaus Irmscher kurzerhand in einen Song verwandelt und in dem Studio in Jugendzentrum Schwarzenbek für Sie aufgenommen.

Pünktlich zum Wochenstart gibt es ein neues Video von den Beat‘n‘Dance Musiker*innen Julia und Aries.

Jannes und Malte nehmen uns mit auf die dritte musikalische Reise des Jugendzentrums Schwarzenbek. Hören Sie doch mal rein!

Der Stadt aufs Dach gestiegen sind am vergangenen Wochenende die Sängerinnen und Sänger des Kanu-Wander-Theaters. Vom Rathaus Schwarzenbek herab entfachten Sopranistin Freja Sandkamm, Mezzosopranistin Pauline Gonthier, Tenor Ljuban Zivanovic und Bassbariton Tim Maas „Dieser Liebe schöne Glut“.

Einige der überraschten Passanten stutzten und staunten, als das Ensemble mehrere Stücke aus einem „Liebesliederwalzer op 52.“-Zyklus von Johannes Brahms intonierte. An einem am Ritter-Wulf-Platz gelegenen Würstchenstand nahm man dagegen zunächst keine Notiz von dem Überraschungskonzert. Dies änderte sich erst, als das Ensemble die Texte szenisch untermauerte. „Sobald die choreografischen Elemente kamen, haben die Leute die Figuren nachgeäfft,“ rekapituliert Michelle Affolter den Auftritt.

Die Regisseurin des Kanu-Wander-Theaters hat das Programm „Dieser Liebe schöne Glut“ inszeniert und damit Neuland betreten: ein Gastspiel im öffentlichen Raum vor einem beiläufigen Publikum. Bei der Premiere auf dem Ritter-Wulf-Platz in Schwarzenbek bedeutete dies, dass es zwischen Bude und Balkon um die Wurst ging – bei einem eindeutigen Punktsieg für die Profis des klassischen Gesangs. Ein weiterer Auftritt und damit womöglich ein Duell um die Gunst der Öffentlichkeit ist am Sonnabend, 27. Juni, in Geesthacht geplant.

Eine Prise Humor gehört bei Stefan Kruse zumeist dazu. Auch an Deutlichkeit lässt er es selten fehlen. Das Schaf, das er mit wenigen Federstrichen gezeichnet hat und das jetzt kurz davor ist, einem Kite-Surfer als Segel zu dienen, ist ein Beispiel dafür.

Sicher lässt sich auch in diesem Fall fragen, was der Künstler dem Betrachter damit sagen will. Doch unstrittig ist, dass die „Dinge“, die er zeichnet, eine klare Zuschreibung ermöglichen. Der Mensch ist ein Mensch, das Schaf ist ein Schaf und die Katze eine Katze. Dass die Dinge sehr häufig der gewohnten räumlichen Darstellung nicht entsprechen – Stefan Kruse mit Flächen arbeitet, die so wirken, als sei ihm der Blick für die Relation verlustig gegangen – steht auf einem anderen Blatt Papier.

Die Art und Weise, wie er Gesichter malt, habe ihren Ursprung in der Romanik und in der Gotik, sagt er. Vorbild sei beispielsweise der Maler Giotto – ein Künstler, der im Spätmittelalter wirkte. Giotto stellte in seinen Arbeiten biblische Figuren und Themen dar. Stefan Kruse nutzt die Technik, um zuzuspitzen. Skurriles wird dadurch noch skurriler und eröffnet Raum für Humor.

Doch wer aufmerksam durch das Atelier des Künstlers in Krummesse wandert, merkt schnell, dass es Stefan Kruse nicht allein darum geht, Menschen bloß zu stellen oder zu diffamieren. Er legt den Finger in die Wunde und hofft auf Besserung. Gerne lässt er sich auch zu positiven Bildern inspirieren. So hat er die italienischen Balkonkonzerte während der strengen Covid-19-Quarantäne in einigen Zeichnungen verewigt. Sie zeigen singende und musizierende Menschen in einem Meer an Häusern.

Das Verhalten der Menschen im Süden Europas – auch in Spanien – hat ihn tief beeindruckt. Dort sei es lange um die nackte Existenz gegangen. „Hier haben sich die Leute Gedanken gemacht, ob sie in den Urlaub gehen können.“

Stefan Kruse, der von Beruf eigentlich Kommunikationsdesigner ist, hat sich über Jahre mit seiner Kunst einen Namen gemacht. Unter anderem wurde er 1993 von der Internationalen Biennale für Satire und Humor ausgezeichnet. Wohl auch deshalb freut er sich im Rahmen des KulturSommers am Kanal über einen großen Publikumszuspruch. „Heute waren schon 16 Leute da“, sagt er. Er rechne an vier Wochenenden mit 100 bis 120 Besuchern. Kein Kunststück bei dieser Kunst. Und dann gibt es sogar noch einen Kaffee oben drauf.

Gegen halbzwei sind die Holzköpfe der Sonne ausgesetzt. Der Dunst hat sich verzogen. Auch die seltsamen Metallwesen an der Pferdekoppel liegen jetzt im hellen Licht. Hans-Joachim Ruge, Sybille Horn, Reinhard Sauer und Hans Fuhrke haben es sich vor der Werkstatt auf einem Stuhl bequem gemacht. Ein Vorzelt schützt sie vor Sonne. Sie warten – warten auf die nächsten KulturSommer-Gäste.

Das Quartett hat sich bei einem Kunst-Kurs kennen gelernt. Bei Jan de Weryha-Wysoczański, einem polnischen Bildhauer. Der Mann hat sie nicht nur tief beeindruckt, er ist auch dafür verantwortlich, dass nun all diese Skulpturen auf Gut Wotersen zu besichtigen sind. „Jan de Weryha-Wysoczański hat uns alle vorangebracht“, sagt Reinhard Sauer.

Aus seinen Händen stammen die seltsamen Metallwesen. „Ich bin Eisenplastiker“, erklärt er sein Metier. „Das heißt, ich baue Artefakte auf.“ Sein Material finde er auf Schrottplätzen. Vieles, was er verwende, stamme von ausgedienten Landmaschinen. Daraus schweißt er Tiere. Kleine und große. Reinhard Sauer zeigt auf einen Skorpion. „Die Beine hier“, erklärt er, „sind aus einer alten Werkzange.“

Ganz anders arbeitet Hans Fuhrke. Er verwendet alles, was groß und schwer ist. Einen riesigen Baumstamm hat er in eine stämmige Frau im roten Kleid verwandelt. Die Dame steht jetzt vor der Werkstatt. „Klein kann ich nicht“, meint er achselzuckend. Die Bildhauerei sei für ihn „optimale Entspannung“. Angefangen habe er sie als „Therapie“. Zunächst habe er gedacht – „ich kann das nicht“ –, aber dann habe er schnell gemerkt, ein bisschen gehe es doch.

Schönheiten sind Hans Fuhrkes Figuren nicht. Er sehe sie aber „positiv“, sagt der Schöpfer. „Sie sind nicht gefällig“, ergänzt Sybille Horn. Auch ihr Herz schlägt für die Bildhauerei. Sybille Horn ist Buddhistin. Sie sagt, sie sei bei ihren Arbeiten immer auf der Suche nach der Befreiung. Dabei sei sie an keine Form gebunden. Auch sei es ihr „wurscht“, ob sie in Holz oder Beton mache.

Kollege Hans-Joachim Ruge stellt klar, dass er mit allem arbeite, was er in die Finger bekomme. Sein Ziel sei „eine Form, die absolut ist. Ich weiß natürlich, dass man das sowieso nicht hinkriegt“, räumt er ein. Aber der Traum bleibt: ein Werk zu schaffen, dass sich jemand anguckt und sagt – „das ist es!“.

Unabhängig davon haben sie in der Bildhauerwerkstatt Wotersen die Kunst zum Lebensmodell erhoben. „Wir arbeiten hier, seit wir Rentner sind, zusammen“, sagt Reinhard Sauer. Das heißt nicht, dass sie sich ständig auf die Pelle rücken. „Bei der Kunst gehen wir schon unseren Weg“, betont Reinhard Sauer. „Aber wir beraten uns gegenseitig.“

Der zweite Beitrag aus dem Studio des Jugendzentrums in Schwarzenbek mit Elli und Tim!

Stina Kurzhöfer vom Sprache-Kultur-Mobil (Pädico e.V.) hat für euch ein Video gedreht, in dem sie euch zeigt, wie man ein eigenes Stop-Motion-Video erstellen kann – und dabei langsam ein bunter Regenbogen entsteht!

Was ihr dafür braucht ist:

Klebeband, ein Smartphone + die kostenlose App „Stop Motion Studio“, Papier und Farben zum Malen. Los gehts!

Hans Kuretzky kurbelt die Scheibe runter. „Ich bin gleich wieder da“, kündigt er an. „Dann können wir sprechen.“ 20 Minuten wird es dauern, bis er wieder auftaucht. Zeit, um die Burgstraße entlang zu schlendern. Sie hat sich zum Auftakt des KulturSommers am Kanals in eine Straße der Kunst verwandelt. Über mehrere hundert Meter reiht sich Objekt an Objekt. Wochenlang haben Hans Kuretzky und Ehefrau Heidrun daran gearbeitet. Ursprünglich hätte die Ausstellung später im Jahr stattfinden sollen. In Lauenburg. Dann kam Covid-19, die Absage und die Anfrage vom KulturSommer: Interesse bei „Kunst am Wegesrand“ dabei zu sein?

Die Kuretzkys haben „ja“ gesagt und sich gehörig ins Zeug gelegt. Die Kalligrafin und der Bildende Künstler. Wer der Burgstraße folgt, begegnet nun am Wegesrand dem „Kapital Ver Dichtung“. Protagonisten dieser Installation sind Karl Marx und Heinrich Heine. Gleich an mehreren Stellen nutzt Heidrun Kuretzky ihre Kunst, um Weisheiten der beiden herauszustellen.

„Die Natur“, zitiert sie beispielsweise Karl Marx, „ist sein (des Menschen) Leib, mit dem er in beständigem Prozess bleiben muss, um nicht zu sterben.“ Oder: „Das Geld ist nicht eine Sache, sondern ein gesellschaftliches Verhältnis.“ Marx, der Mann mit dem tiefenanalytischen Weitblick. Mit ihm liegt das 19. Jahrhundert stets an der nächsten Straßenecke und damit immer nur einen Steinwurf von Gegenwart und Zukunft entfernt.

Bei Heine wiederum trifft Wortmächtigkeit auf Menschenkenntnis. „Anfangs/ Wollt ich/ Fast verzagen/ Und ich glaubt/ Ich trug/ Es nie/ Und ich/ Hab es/ Doch/ Getragen/ Aber fragt/ Mich nur/ Nicht/ Wie“ zitiert Heidrun Kuretzky den Dichter. Wie Marx scheint auch Heine – ebenfalls ein Sohn des 19. Jahrhunderts – stets ganz nahe zu sein.

Hans Kuretzky porträtiert Marx am Wegesrand. Er sieht ihn zwischen Zahnrad und Indianerfedern. Der Philosoph weiß noch von Rothäuten, die in Amerika vergeblich um Kultur und Grund und Boden ringen. Opfer des aufstrebenden Kapitalismus, der Stück um Stück selbst in die entlegensten Winkel der Welt vordringt. Marx ist Zeuge und Analyst des ersten große Schubs der Globalisierung, die vor wenigen Monaten eine Vollbremsung hingelegt hat.

Hans Kuretzky hat Draht und Werkzeug dabei. Eine mit einem Spruch Ernst Jandls versehene Zeichnung muss noch an einer der Stelen befestigt werden, die linksseitig der Borstorfer Burgstraße aufgestellt sind.

Dass die Kuretzkys den berühmtesten deutschen Philosophen und den großen Dichter Heine für ihre Arbeit aufrufen, ist natürlich kein Zufall. Er sei davon überzeugt, dass der Mensch aus der Geschichte lernen könne, sagt Hans Kuretzky, während er die Zeichnung mit dem Jandl-Spruch befestigt. Natürlich. Der Borstorfer Künstler erinnert an eine Cholera-Epidemie, die 1832 in Paris ausgebrochen sei. Schon damals hätte es eine starke Verbreitung von Fake-News gegeben. Fake-News – Falschmeldungen: ein paar Stelen weiter findet sich dazu folgendes Bonmot Heines: „Ich weiß nicht, ob andere Leute sich dafür bezahlen lassen, dass sie lügen. Ich habe immer gratis die Wahrheit gesagt.“

Doch die Vergangenheit ist nur ein Aspekt für Hans und Heidrun Kuretzky, um sich in der Gegenwart zu orientieren und Zukunft zu gestalten. Ein weiterer sind neue Ideen. „Ich bin dafür, dass Geldausgeben belohnt werden sollte“, fordert er. Derzeit liege auf den Sparbüchern der Deutschen Kapital im Wert eines Bundeshaushaltes, betont er. „Eine andere Möglichkeit wäre, dass Grundstückspreise nicht mehr steigen“, so der Künstler. Diese Idee stamme nicht von ihm, fügt er hinzu, sondern von einem Wirtschaftsinstitut in Geesthacht

Die Kunst am Wegesrand – bei den Kuretzkys wird sie zum Zentrum essentieller Ideen.

Aus dem neu eingerichteten Studio im Jugendzentrum Schwarzenbek sendet Frank Düwel einen persönlichen Gruß.

Kein Kanu-Wander-Theater, kein „Was ihr wollt“, kein Shakespeare – zumindest nicht im KulturSommer am Kanal 2020. Die Enttäuschung darüber hat Hanne Lenze-Lauch längst von sich geschoben. Sie hat schlicht keine Zeit, um zu trauern. Die Arbeit ruft. Also hat sie den Werktisch freigeräumt und von vorne angefangen. Statt in Neo-Barock-Kostüme macht die Bühnen- und Kostümbildnerin jetzt in Wolken und in Kunst.

Nach der Covid-19-Vollbremsung hatte Intendant Frank Düwel sie angerufen und klargemacht: Hanne, wir brauchen dich! Der KulturSommer am Kanal wird laufen – trotzdem. Anders. Vor allem digital. Mal schauen, was sonst noch geht. Das Motto ist luftig, doppeldeutig: „In den Wolken“ lässt sich in der Not auf Einsen und Nullen reduzieren, auf Streams, Videos und Podcasts. Es lässt aber auch Raum für mehr. Kein Himmel ohne Landschaft und die Landschaft ist die Kulisse des KulturSommers.

Also hat Hanne angefangen: Zu nähen, zu sägen und zu malern. Das Ergebnis – so viel steht schon mal fest – wird es zur Berühmtheit bringen: Die bauschigen Wolken sind eine wandelnde Kulisse, die sofort ins Auge fällt. Sie passen ins Studio und in die Landschaft. Und sie sind ein Signal: Hier ist der KulturSommer!

Rund zwei Wochen habe sie für die Materialbeschaffung und die Fertigung der Kissen und Holzaufsteller gebraucht, sagt Hanne Lenze-Lauch. „Netto waren es drei bis vier Tage“, ergänzt sie und hat dabei immer auch einen Blick auf ihre kleine Tochter. Wie so viele Frauen muss sie in diesen Tagen beides unter einen Hut bringen – die Betreuung des Nachwuchses und die Arbeit. „Das stresst schon“, sagt sie. Sie müsse nach Zeitfenstern Ausschau halten – gucken, „wann es geht“.

Nach den Wolken hat sich Hanne Lauch nun zwei weiteren KulturSommer am Kanal-Projekten zugewandt. Für die Eröffnung arbeitet sie an einer freien Kunstinstallation. Da sei sie gerade dabei, sagt sie. Dafür habe sie sich bei Ebay kleine und große Figuren gekauft. Ihnen gemein ist, dass es sich um keine perfekten Kunsthandwerke handelt. Hanne Lenze-Lauch will sie nutzen. Sie aufwerten, indem sie die Figuren in ihren eigenen ästhetischen Kontext integriert.

Eine knifflige Aufgabe, aber nicht so knifflig wie die zweite, die ihr Intendant Düwel angetragen hat: Sie soll Kanus zum Fliegen bringen. Es ist der Plan von der Abschaffung der Schwerkraft.