Schön war’s! – Der Blaue Montag ist das Abschlussfest des KulturSommers am Kanal und fand am 05. Juli 2021 bei sonnigem Wetter im Garten des Stadthauptmannshofes, dem Sitz der Stiftung Herzogtum Lauenburg, in Mölln statt. In dieser neunten Folge gibt Janina Peters einen akustischen Einblick in den Veranstaltungsabend. Außerdem hören wir, wie KulturSommer-Intendant Frank Düwel eine Brücke zu weiteren spannenden kulturellen Ufern in der nächsten Zeit schlägt – denn tolles Kulturprogramm der Stiftung Herzogtum Lauenburg steht in den Startlöchern! Einen Vorgeschmack dazu gab es ebenfalls am Ende des Blauen Montages, bei dem Peter Köhler (Cello) und Jörg Geschke (Gitarre, Gesang) musizierten und die Möllner Band About Blank das Publikum stimmungsvoll in den Abend entließ. Mehr Informationen zum weiteren Sommerprogramm gibt es hier auf der Stiftungswebsite.

Wir hören Janina Peters (Kulturwissenschaftlerin) über die Abschlussveranstaltung des KulturSommers am Kanal 2021. Die Musikstücke in dieser Folge wurden zum einen von Aaron Eckert (Musiker bei dem Musiktheaterprojekt Beat’n’Dance, hier auf SoundCloud zu finden) und zum anderen von Tim Seifert (ebenfalls Musiker bei Beat’n’Dance) komponiert.

Mit einem rasanten Mix aus Schauspiel und Musik ist der KulturSommer am Kanal zu Ende gegangen. Zum Abschluss des Festivals hatte die Stiftung Herzogtum Lauenburg zum traditionellen „Blauen Montag“ in den Möllner Stadthauptmannshof eingeladen. Intendant Frank Düwel wusste diese Steilvorlage zu nutzen, indem er als Erstes die Sängerinnen und Sängern von „Beat´n`Dance“ auf die Bühne bat. Ihr emotionaler Auftritt sorgte umgehend für Begeisterung unter den rund 100 Besucherinnen und Besuchern.

Es folgten im Laufe des Abends weitere Auftritte – etwa von den Folkveteranen Lorenz Stellmacher und Jörg-Rüdiger Geschke –, die den Funken weiter überspringen ließen. Ein weiterer großer Höhepunkt waren die Auszüge aus „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“, die die Regisseurin Karina Häßlein zusammen mit ihrem Ensemble präsentierte. Auch hier setzte es großen Applaus.

Es bestätigte sich, was Wolfgang Engelmann, Vizepräsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, zu Beginn des Abends bereits festgestellt hatte: Der Hunger nach Kultur ist weiterhin groß. Selbst nach fünf Wochen KulturSommer am Kanal mit insgesamt 49 Aufführungen, Konzerten, Performances sowie offenen Ateliers und Gärten hat das Publikum offensichtlich immer noch nicht genug. Zu groß und zu lang war der kulturelle Leerlauf nach mehreren Monaten Lockdown. Oder wie Düwel es wendete: Die durch die Pandemie eingeforderte Disziplin sei so fürchterlich, dass man sie nur mit Kunst aushalten könne.

In dieser Hinsicht konnten die Stiftung Herzogtum Lauenburg sowie weitere Kulturschaffende wie etwa der Folkclub Mölln oder Jazz in Ratzeburg am „Blauen Montag“ mit einer guten Nachricht aufwarten. Der KulturSommer geht weiter – wenn auch in anderer Form und Formation und unter einem anderen Namen. Intendant Düwel reichte dafür am späten Abend symbolisch den Stab an das Projekt „Sommerkultur – Schleusen auf für Begegnungen“ weiter. Dahinter verbergen sich 17 große Events, die zwischen Juli und September im Kreis Herzogtum Lauenburg stattfinden werden.

Der Großteil des Geldes dafür – rund 348.000 Euro – kommt von der Bundeskulturstiftung. 30.000 gibt der Kreis, dem Stiftungs-Vizepräsident Engelmann ausdrücklich für die fraktionsübergreifende, schnelle und unbürokratische Unterstützung dankte. Und so war denn der große Abschlussabend auch ein Vorspiel auf das, was jetzt folgt – beispielsweise die Live-Events auf der August-Bühne im Stadthauptmannshof.

Sie ist dabei. Seit einer gefühlten Ewigkeit schon. Sie öffnet den Garten. Diesen schönen, wilden Garten. Sie öffnet die Alte Schule. Sie zeigt ihre Bilder. Sie lädt zu Vorträgen. Zu Musik. Das Konzert heute hat sie mit „Back to the Roots“ – zurück zu den Wurzeln – überschreiben lassen. Es passt gut hierher. An den Müllerweg 1 in Klein Zecher. Ihr Zuhause.

Antje Ladiges-Specht beteiligt sich seit Jahren am KulturSommer am Kanal. Sie hat erlebt, wie das Festival Fuß gefasst hat in der Region. Wie es Wurzeln geschlagen hat. Sie selbst – die Malerin, die Buddhistin, die Gastgeberin – ist eine dieser Wurzeln, dicht verwoben mit all den anderen Männern und Frauen, die sich den schönen Künsten verschrieben haben und Jahr um Jahr ihre Gärten und Ateliers für das Publikum öffnen.

Ohne diese Wurzeln wäre der KulturSommer am Kanal wohl nur ein Event unter vielen, das sich die Aneinanderreihung von ein paar Aufführungen zur Aufgabe gemacht hat. So aber ist da dieses weit verzweigte Netz.

Wo gibt es das schon, dass man als Ausflügler mit dem Fahrrad unterwegs ist und – ohne es zu ahnen – sich unvermittelt auf einem Festival wiederfindet? So ist es dem Verfasser dieses Textes vor ein paar Jahren ergangen, so dürfte es schon manch anderem Reisenden ergangen sein. So erlebt es an diesem Abend in Klein Zecher auch ein Pärchen. Plötzlich stehen die beiden da mit ihren Rädern. Sie wollen wissen, was hier heute los ist. Ein Konzert? Genau. Peter Köhler und Benjamin Lütke werden gleich eine Art meditativen Jazz spielen. Zu buddhistischen Botschaften. Fünf an der Zahl.

An der Kasse hat sich währenddessen eine kleine Schlange gebildet. Der Konzertbeginn verzögert sich. Peter Köhler hat sich rechts vom Haus in eine stille Ecke des Gartens verzogen, um an seinem Cello herum zu nesteln. Sein Partner hält derweil einen kurzen Plausch mit einem der Gäste. Die Gastgeberin schenkt Wein und Wasser aus. Das Bier gibt es in Flaschen.

Dann ist es endlich so weit. Antje Ladiges-Specht holt ein kleines Banner hervor, das mit einem asiatischen Schriftzeichen versehen ist. Sie streckt die Arme ein wenig durch. Einige der Gäste recken die Köpfe. „Auf der großen Erde gehen“, macht Antje Ladiges-Specht die erste Ansage. Es ist das Signal für Peter Köhler und Benjamin Lütke, um loszulegen. Im nächsten Augenblick surrt es und raschelt und klopft und schwingt. Hände fliegen über Saiten und Trommeln. Töne und Rhythmus verschmelzen zu einem Thema. Es schmeichelt dem Ohr, schlägt Wurzeln, um kurz darauf in neuen Tönen und neuen Rhythmen aufzugehen. Alles ist im Fluss.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals!

In dieser achten Folge verrät der plattdüütsche Muttersprachler Thorsten Börnsen, wer und was ein Dwarslöper ist. Außerdem schnackt der Leiter des Zentrums für Niederdeutsch in Holstein über das Niederdeutsche Autor*innentreffen, bei dem am 26. Juni in Mölln im Rahmen des KulturSommers am Kanal Platt-Aktive zusammen gekommen sind. Zum 15. Mal nun fand die Veranstaltung statt, bei dem plattdeutsche Texte präsentiert werden. Mit dieser und weiteren Veranstaltungen, wie zum Beispiel den plattdeutschen Gottesdiensten, fördert die Stiftung Herzogtum Lauenburg den Erhalt des Kulturguts niederdeutsche Sprache.

Mehr Informationen zum Zentrum für Niederdeutsch in Holstein unter: http://www.niederdeutschzentrum.de und zum Songcontest Platt Beats für junge Menschen unter: https://www.plattbeats.de. Wer mehr Plattdeutsch hören möchte, kann sich auch hier den Podcast Platt-Funk von Thorsten Börnsen und Nikos Saul anhören! Außerdem findet im Rahmen des KuSos noch ein plattdeutscher Gottesdienst am 04. Juli statt, mehr Infos dazu gibt es hier auf der Website des KulturSommers.

Wir hören Janina Peters (Kulturwissenschaftlerin) im Gespräch mit Thorsten Börsen (Leiter des Zentrums für Niederdeutsch in Holstein). Die Musik in dieser Folge wurde von Tim Seifert (Musiker bei dem Musiktheaterprojekt Beat’n’Dance) komponiert.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In dieser siebten Folge hören wir hinter die Kulissen der deutsch-ukrainischen Co-Produktion „Ich will leben!“ des freien Theaterkollektivs Futur3 aus Köln, der neuen Bühne Senftenberg und dem Lesia Ukrainka Teatr in der ukrainischen Stadt Lviv. Das Gastspiel wird am 02. und 03. Juli im Rahmen des KulturSommers am Kanal im Kleinen Theater Schillerstraße in Geesthacht gezeigt, mehr Informationen zur Anmeldung und den Tickets gibt es hier

Wie eine Geschichte nach wahrer Begebenheit über die Dichterin Selma Meerbaum während des Nationalsozialismus und eine Silent Disco Party in dieser Produktion zusammen finden, erfahren wir in Gesprächen mit der Dramaturgin Maren Simoneit (neue Bühne Senftenberg), dem Regisseur André Erlen (Futur3) und der Projektmanagerin Viktoria Shvydko (Lesia Ukrainka Theater) – viel Spaß!

In dieser Folge hören wir Janina Peters (Kulturwissenschaftlerin) in Gesprächen mit den drei Kooperationspartner*innen der Theaterproduktion „Ich will leben!“, die im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes und für die Aufführungen im Rahmen des KuSos durch den Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefördert wurde. Die Musik in dieser Folge wurde komponiert von Tim Seifert (Musiker bei dem Musiktheaterprojekt Beat’n’Dance).

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In der sechsten Folge des KuSo Podcasts hören wir mehr über das Pegasus Parkgeflüster und die Kultur-Community als Jugendbeirat der Stiftung Herzogtum Lauenburg! Dennis und Moritz berichten als Teil des Veranstaltungsteams über die Kulturarbeit der Kultur-Community im Landkreis und verraten Insider, was demnächst noch so abgeht. Jetzt heißt es erstmal: Picknickdecken raus und lauscht dem Pegasus Parkgeflüster am 26. Juni von 14 bis 17 Uhr zwischen dem A. Paul Weber Museum und dem Kreismuseum in Ratzeburg! Mehr Infos unter: https://kultursommer-am-kanal.de/veranstaltung/pegasus-parkgefluester-2021/.

Du bist jung und hast Lust im Landkreis Herzogtum Lauenburg kulturell mitzumischen? Melde dich bei dem Ansprechpartner Florian Klein und den anderen Beteiligten der Kultur-Community über Facebook: https://www.facebook.com/kultcom/, Instagram: https://www.instagram.com/pegasusopenair/ oder über die Stiftung Herzogtum Lauenburg: https://stiftung-herzogtum.de/kultur/jugend-kultur/.

In dieser Folge hören wir Janina Peters (Kulturwissenschaftlerin) im Gespräch mit Dennis und Moritz (beide aus der Kultur-Community). Die eingespielten Musikstücke stammen von Alexander Radulovic und von Tim Seifert (beide von dem Musiktheaterprojekt Beat’n’Dance).

KulturSommer-Intendant Frank Düwel hat für den Auftritt der Journalisten schon mal einen Stuhl zum Probeliegen rausgeholt. Anderthalb Wochen sind es noch, dann steigt rund um das Theklahaus die von der jungen Theatermacherin Karina Häßlein inszenierte Aufführung „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“.

Zur offiziellen Pressekonferenz ist auch Albrecht Faasch angereist. Er ist Professor an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und damit einer derjenigen, die Häßleins Lernfortschritte in den vergangenen Jahren vermessen haben. In Geesthacht macht die junge Frau mit dieser Regiearbeit nun ihre Abschlussprüfung.

Darin liegt auch der Grund für ihre Abwesenheit: Die Zeit ist knapp und es gibt für die Produktion noch reichlich zu tun. So reden hier und heute andere über diese spannende Inszenierung, die ausschließlich am Sonntag, 4. Juli, im Rahmen des KulturSommers am Kanal zu sehen sein wird.

„Es ist da ein ganz neues Stück entstanden“, zeigt sich Faasch beeindruckt. Häßlein mache aus diesem „archaischen Werk Thomas Manns“ neues Theater, für das eigens noch Musik komponiert worden sei.

Dass das Stück an Ort und Stelle überhaupt aufgeführt werden könne, sei der Hilfsbereitschaft der Sprinkenhof GmbH zu verdanken, macht Geesthachts Stadt- und Kulturmanagerin Julia Dombrowski deutlich. Die Immobilienfirma hat dafür grünes Licht gegeben und obendrein die Tür zu dem alten Gebäude geöffnet. Denn auch wenn das Stück an der frischen Luft gespielt wird, braucht es für Ensemble, Maske, Technik etc. abgeschlossene Räume.

„Das Stück ist in mehreren Durchgängen zu sehen, die zum Teil parallel laufen“, erklärt Düwel. „Und das nur am 4. Juli.“ Der Intendant des KulturSommers am Kanal wie auch Faasch („Von Zauberhand zum Zauberberg gekommen“) erleben die Kooperation als Win-Win-Situation: Das Festival der Stiftung Herzogtum Lauenburg kann eine einmalige Aufführung präsentieren und die Hochschule, die wegen der Pandemie in ihrem eigenen Theater nicht spielen durfte, verhilft einer jungen, talentierten Frau zu einem angemessenen Abschluss.

Und das alles findet auch noch vor der Kulisse einer ehemaligen Lungenheilanstalt statt. Treffender kann man Thomas Manns Ort der Handlung – ein Sanatorium im Schweizerischen Davos – kaum auswählen. Gelegen auf einer Anhöhe mitten im Wald sei das Theklahaus einfach „magisch“, findet Düwel.

Kartenreservierung für „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“ (4. Juli, Theklahaus Geesthacht) unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de.

Für Geesthacht heißt es am letzten Wochenende des KulturSommers am Kanal Vorhang auf und Bühne frei: Im Rahmen des Festivals präsentiert die Stiftung Herzogtum Lauenburg dort gleich zwei außergewöhnliche Theaterproduktionen. Den Auftakt machen „Futur3“. Das freie Kollektiv unter der künstlerischen Leitung von André Erlen zeigt am Freitag, 2. Juli, und Sonnabend, 3. Juli, im kleinen Theater Schillerstraße (kTS) die Inszenierung „Ich will leben!“ (Foto: Steffen Rasche). Das Stück erzählt vom Leben der jüdischen Lyrikerin Selma Meerbaum. Am 4. Juli präsentiert die Hochschule für Musik und Theater dann am Theklahaus die Produktion „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“.

„Das Gebäude passt als Kulisse natürlich wie die Faust aufs Auge zu dieser Geschichte Thomas Manns“, freut sich KulturSommer-Intendant Frank Düwel auf die Aufführung. Die künstlerische Leiterin Karina Häßlein verwandelt das Theklahaus, ehemals eine Lungenheilanstalt, in das Sanatorium in Davos, wo der Ingenieur Hans Castorp 1914 seinen Vetter besucht. Die Inszenierung ist als Rundgang um das Gelände der ehemaligen Klinik angelegt.

Literatur ist auch die Grundlage für die Produktion von „Ich will leben!“. „Futur3“ zeichnen anhand von Gedichten das kurze Leben der Selma Meerbaum nach, die 1942 im Zwangsarbeiterlager Michailowka (Rumänien) umkommt. Als Teenager hat sie mit der Poesie begonnen und heftet Blatt für Blatt ihre Texte zu einem Buch zusammen. Selmas innere Welt ist weit und verrückt und voller Zukunftsträume, während es um sie herum immer enger wird.

Doch Selma lässt sich vom grassierenden Antisemitismus nicht unterkriegen. Im Stück von „Futur3“ ist sie ein „Pop-Punk“ (André Erlen). Sie feiert das Jungsein, die Jugend. Um das zu zeigen, nimmt das freie Kollektiv Anleihen bei den Bühnentechniken des Poetry Slam.

Möglich ist „Futur 3“ diese Inszenierung überhaupt nur, weil Selmas Gedichte der Nachwelt wundersamerweise erhalten geblieben sind. Auch dieses Wunder ist Thema der Inszenierung. Es beginnt damit, dass es Selma gelingt, jemandem das Buch vor ihrer Gefangenahme in die Hand zu drücken. Im kTS erlebt man all das hautnah mit: Das zweisprachige Ensemble, das aus Darstellerinnen und Darstellern der neuen Bühne Senftenberg (Brandenburg) und des Theaters Lesi (Lemberg/Ukraine) besteht, hört Publikum über Kopfhörer.

Die Aufführung „Ich will leben!“ wird vom Verein „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ sowie von der Bundeskulturstiftung finanziell unterstützt. „Dass Futur3 nun mit der Inszenierung von ‚Ich will leben!‘ beim KulturSommer am Kanal dabei ist, ist eine großartige Sache“, so Intendant Düwel. „Solch aufwändige Produktionen sind im ländlichen Raum nur selten zu sehen. Unser Festival macht es möglich.“

Kartenreservierung für „Ich will leben“ (2./3. Juli, kTS Geesthacht) unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de.

Kartenreservierung für „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“ (4. Juli, Theklahaus Geesthacht) unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In Gesprächen mit beteiligten Kunst- und Kulturschaffenden redet die Kulturwissenschaftlerin Janina Peters über Arbeitsprozesse, kreative Herausforderungen und den inspirierenden schleswig-holsteinischen Landkreis Herzogtum Lauenburg.

Es war einmal… Märchenzeit! In der fünften Folge des KuSo Podcasts geht’s um eine Schiffsratte namens Konzilius, Märchen als Kunstform und uralte Weisheiten – und natürlich um die Märchenerzähler*innen Anna und Wolf Malten. Am 23. Juni nehmen euch Anna und Konzilius (gespielt von Wolf Malten) in der Stadtbücherei Ratzeburg in zwei Aufführungen auf eine besondere Märchenreise mit – für Kinder ab 4 Jahren und die ganze Familie! 

Hamburger Mafiosi wollen am Sonnabend, 3. Juli, die Bühne des Viehhauses Segrahn stürmen. Michele, Raffaele und Leonardo treten dort ab 20 Uhr den Beweis an, dass sie neben Mord, Betrug und Intrige auch noch die große Oper beherrschen. Tür und Tor für das organisierte Verbrechen hat die Stiftung Herzogtum Lauenburg geöffnet, die das Trio im Rahmen des KulturSommers am Kanal nach Gudow eingeladen hat.

Michele, Raffaele und Leonardo heißen im wirklichen Leben Timotheus Maas, Lukas Anton und Marcelo de Souza Felix. Die drei Baritone eint die Liebe zur Oper und die Überzeugung, dass die Musik ein modernes Gesicht benötigt. Wie das aussehen kann, darüber haben sich die Männer mit dem Ausbruch der Pandemie Gedanken gemacht. Knapp 15 Monate später kann das Publikum das Ergebnis live in Augenschein nehmen – und nicht nur das.

Das Trio präsentiert in Segrahn erstmals live die Geschichte von „Capones Vermächtnis“. Doch schon jetzt kann man die Figuren in den sozialen Medien kennen lernen und erste Schnipsel der Story entdecken. Darüber hinaus drehen die Sänger Filme, die ebenfalls für die Veröffentlichung im Netz gedacht sind. Angedacht sind zudem weitere Bühnen-Produktionen. „Wir möchten das Publikum – auch das jüngere – mit in die Geschichte einbeziehen“, so Anton über das Projekt. Die Musik der Oper sei ja nach wie vor hörenswert und nicht weniger aktuell. Oft fehle es den Menschen nur am Zugang zum Genre.

Es dürfte nicht überraschen, dass das Trio angesichts dieser Herangehensweise ganz bewusst mit den Konventionen der Oper bricht. Beispielsweise mit dem großen Graben zwischen dem Ensemble auf der Bühne und dem Publikum. Auf die Handlung bezogen heißt das: Die Baritone möchten die Zuschauerinnen und Zuschauer ermuntern, sich einzubringen und Einfluss auf das Geschehen zu nehmen.

Ausgangspunkt der Story ist auf jeden Fall, dass Michele, Raffaele und Leonardo den Tod ihres Paten betrauern und auf der Suche nach dem Mörder beziehungsweise der Mörderin sind. Für die Rahmenhandlung gibt es mit Karolina Trojok eine Erzählerin, die die Sänger darüber hinaus am Klavier begleitet.

Musikalisch darf sich das Publikum auf jede Menge schöne Melodien freuen. Unter der Regie von Sebastian Richter haben die Sänger unter anderem populäre Opernstücke wie „Jetzt Alter jetzt hat es eile“ aus Beethovens „Fidelio“ und „Sparafucile“ aus Verdis „Rigoletto“ in die Szenen integriert. Hinzu kommen berühmte Stücke wie „I feel pretty“ aus der „Westside Story“, „O sole mio“ und das Pate-Titellied „Parla piu piano“.

„Wir lieben es, zu spielen – gerade auch Gangster“, freut sich Sänger Maas schon jetzt auf die Premiere in Segrahn. Und de Souza Felix ergänzt mit Blick auf die Rollen: „Das Böse ist nicht so eindimensional. Es hat vielmehr Tiefe.“ Ein Blick ins Netz oder hinter die Kulissen und man erkennt: Diese Typen meinen, was sie sagen. Das gesamte Team – Sänger, Pianistin und Regisseur – haben richtig „Bock“ auf Lug und Trug und Mord und Totschlag, „Bock“ auf „Capones Vermächtnis“.

Ticketreservierung für die Aufführung per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de oder unter der Telefonnummer 04542-87000.

Foto: Plan B

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In Gesprächen mit beteiligten Kunst- und Kulturschaffenden redet die Kulturwissenschaftlerin Janina Peters über Arbeitsprozesse, kreative Herausforderungen und den inspirierenden schleswig-holsteinischen Landkreis Herzogtum Lauenburg.

In der vierten Folge dreht sich alles um das Musiktheaterprojekt Beat’n’Dance! Katrin Röser, die Leiterin des Jugendzentrums in Schwarzenbek, sowie die beiden beteiligten Musiker*innen Coralie und Julian berichten über Probenprozesse, positive Vibes und das besondere „Beat’n’Dance-Feeling“. Untermalt wird das Ganze durch Songs, die von dem an dem Projekt beteiligten Musiker Tim Seifert komponiert wurden.

Herzlich willkommen beim KulturSommer am Kanal! Wir freuen uns sehr auf Ihren Besuch. Dennoch möchten wir Sie bitten, von spontanen Besuchen der Veranstaltungen abzusehen und sich unter dem angegebenen Kontakt der jeweiligen Veranstaltung im Voraus anzumelden (mit Angabe von Namen, Adresse, Telefonnummer und Mailadresse).

Wir hatten bereits im Vorfeld des KulturSommers am Kanal darauf aufmerksam gemacht, dass wegen der Pandemie jederzeit Terminänderungen, Verschiebungen von Events und eine Anpassung der Zuschauerkapazitäten möglich sind. So ist es nun auch gekommen.

Wir bemühen uns den Terminkalender auf www.kultursommer-am-kanal.de dementsprechend auf dem neuesten Stand zu halten. An dieser Stelle erhalten Sie zudem einen Überblick über das, was sich bislang getan hat:

Terminänderungen:

(1) Die Performance „Babylon – Buchholz“ im Spargelhof Löding (Auf dem Ortskampe 1, 23911 Buchholz) wird vom 3. Juli auf den 2. Juli vorgezogen. Die Vorstellung beginnt um 20 Uhr. Anmeldung unter info@kultursommer-am-kanal.de.

(2) Die Startzeit für die Vorstellungen des Theaterstückes „Ich will leben“ am 2. und 3. Juli im kleinen Theater Schillerstraße (Schillerstraße 33, 21502 Geesthacht) ist um eine Stunde nach hinten verschoben worden. Die Aufführungen beginnen an beiden Tagen um 20 Uhr.

Nachgetragener Termin:

In der Reihe „Klang im ewigen Garten“ spielen am Sonntag, 3. Juli, Markus Götze (Klavier) und Markus Jarms (Trompete) auf dem Neuen Friedhof in Schwarzenbek (21493 Schwarzenbek, Möllner Straße 22-24)

Aus dem Programm gestrichen:

(1) Die für Sonntag, 4. Juli, in Mölln geplante „Klangreise mit Naturgeräuschen“ fällt aus.

(2) Der für den 26. Juni geplante musikalische Spaziergang („Lichtblicke“) rund um den historischen Pfarrhof Ziethen (23911 Ziethen, Kirche St. Laurentius) entfällt. Die Veranstalter planen dieses Format in Eigenregie am 21. August nachzuholen.

Ausgebucht/Ausverkauft:

Die Theateraufführung „Der Zauberberg – eine Liegekur in drei Kapiteln“ (Theklahaus, Johannes-Ritter-Straße 100A, 21502 Geesthacht) am Sonntag, 4. Juli, ist ausgebucht. Wer will, kann sich auf die Warteliste setzen lassen. Anmeldungen unter Tel. 04542-87000 oder per Mail unter info@stiftung-herzogtum.de.

Luca App

Vor Ort haben Sie die Möglichkeit, die Kontaktverfolgung mit der LUCA-App durchzuführen. Vielleicht nutzen Sie diese ja schon? Sonst haben Sie ja noch etwas Zeit, sich damit vertraut zu machen. Dies erleichtert die Durchführung sehr. Sie können die App im Playstore oder Appstore herunterladen. Nähere Informationen finden Sie unter https://www.luca-app.de oder in diesem PDF.

Es ist abzusehen, dass auch im Sommer Veranstaltungen nur mit FFP2-Maske, einem negativen Schnelltest und/oder vollständiger Impfung besucht werden dürfen. Bitte stellen Sie sich darauf ein.

Das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln, sowie das Fernbleiben der Veranstaltung bei Erkältungs- oder Grippesymptomen oder Fieber trägt zum Schutze unserer Mitmenschen bei.

„Die Generalprobe ist für uns Schauspieler so ein bisschen das Highlight des Projektes“, sagt Moritz Grabbe alias Orsino am Tag der Aufführung. „Weil da alle zusammenkommen und das Stück einmal von Anfang bis Ende sehen können.“ Grabbe hat zusammen mit Irene Benedict und Yuliya Zhyvitsa sein Quartier ein paar Meter abseits der Schmilauer Brücke aufgeschlagen. Sie wirken sehr entspannt, sitzen auf Campingstühlen und unterhalten sich. Es ist 14.37 Uhr. Um 15 Uhr sollen die ersten Boote auf dem Schaalseekanal starten.

Das Trio ist Station Nummer 1 bei der Aufführung von Michelle Affolters Inszenierung von Shakespeares „Was ihr wollt“. Ein Vorteil, wie Grabbe findet. „Als Station Nummer 1 weiß man genau, wann die Boote kommen“, sagt er. „Weiter hinten wartet man schon mal eine Stunde, bis man dran ist.“ Unabhängig davon ist er wie seine Mitspielerinnen begeistert von dem Spiel in der offenen Landschaft. „Das ist immer ein großer Spaß“, sagt er. Kollegin Benedict schwärmt vom Kanu-Wander-Theater als einen „besonderen Kosmos“. „Die Leute“, ergänzt sie, „gehen mit sehr viel Liebe an diese Aufführung.“

Die entgrenzte Bühne verleiht den Schauspielerinnen und Schauspielern offensichtlich Flügel und sie lässt Fiktion und Wirklichkeit aufeinanderprallen, wie schon die erste Szene von „Was ihr wollt“ zeigt. Grabbe begibt sich auf die Schmilauer Brücke. Er möge Autofahrern ein Zeichen geben, bei der Überfahrt das Tempo zu drosseln, bittet er Marius Pischke. Pischke gehört zum Helferteam des Kanu-Wander-Theaters. Kollegin Benedict spaziert derweil die rechte Uferseite entlang. Hinter ihr hat sich ein Pärchen mit Hund aufgebaut. Auf der anderen Seite der Brücke sitzt Zhyvitsa, ein Schifferklavier auf dem Schoß. Ein paar Meter von ihr entfernt steht ein Mann, der seinen Hund auf dem Arm trägt.

Ganz langsam kommen die Boote in Sicht. Zug um Zug schieben sie sich heran. Benedict, die die Viola spielt, erwartet sie tänzelnd am Ufer. Sie beugt sich leicht nach vorn und rudert mit dem rechten Arm. „Sebastian?“ ruft sie. „Sebastian!“ Orsino lehnt sich über das Geländer. Den Blicken der Spaziergänger entzogen stoppt Helfer Pischke einen Trecker.

Grabbe und Benedict entfalten eine ungeheure Dynamik. Sie tun dies, indem sie den großen Raum mit Bewegung ausfüllen und auf die Kanus reagieren, als handele es sich um Teile eines Ganzen. Sie machen im wahrsten Sinne des Wortes Meter. Hier gibt es kein Publikum und keine Schauspieler – schleudern sie mit jedem Satz und jeder Geste den Ruderern entgegen. Hier draußen gibt es nur uns.

Es ist eine Überwältigungsstrategie, der sich vermutlich nur entziehen kann, wer sein Handy zum Filmen gezückt hat. Der Blick durch die Linse ermöglicht Distanz, die man als Zuschauer beziehungsweise Zuschauerin nicht hat.

Was, fragt man sich, wird hier gerade verhandelt? Die Antwort auf diese Frage fällt aus. Zunächst jedenfalls. Keine zweihundert Meter weiter legt diese „Was ihr wollt“-Inszenierung erst einmal weitere Fährten aus. „Ich bin keine Schauspielerin. Doch bin ich nicht, was ich spiele“, eröffnet Merle Rathje ihrer Kollegin Hanna Ramminger. Was keinesfalls der Wahrheit entspricht. Rathje nimmt als Viola Kontakt zu Olivia auf. Sie will ein gutes Wort für Orsino einlegen. Aber Olivia – in dieser Szene gespielt von Ramminger – hat dafür keine Ohren. Ein älterer Herr, ein Powerwalker, marschiert in diesem Moment zwischen den beiden Frauen hindurch. Die Darstellerinnen spielen unbeeindruckt weiter. „Was soll diese geschwollene Sprache? Bääh, lass das bitte!“ motzt Olivia. Sie kann mit den Liebesschwüren, die Orsino Viola mit auf den Weg gegeben hat, nichts anfangen.

Unterdessen kämpft Daniel Brach am alten Wasserwerk mit der Langeweile. Die Warterei nervt. Die ersten Boote sind vor rund einer Stunde gestartet. Sie müssten längst da sein. Immer wieder geht sein Blick auf den Schaalseekanal hinaus. Der Besuch ist für ihn eine willkommene Abwechslung. Brach hat eine Schlüsselpassage für die Inszenierung übernommen. Der junge Schauspieler spricht von dem Sich-Hineinfühlen in eine Rolle, von der Intuition, die es in seinem Beruf braucht, und von der Bedeutung des Textes.

Das Warten gibt Brach nicht nur Raum für einen Smalltalk. Er bekommt obendrein von einer Spaziergängerin einen Kaffee angeboten. „Gerne“, sagt er. „Mit Milch?“ fragt die Frau. „Nein, schwarz.“ „Ich bringe ihn Ihnen gleich vorbei.“

Um 16.09 Uhr tauchen die ersten Boote vor Brach auf. Er ist sofort in der Rolle. Von einem Moment auf den anderen verwandelt er sich in Sebastian. Nur der Text scheint so, als spräche jemand im Hier und Jetzt, so ganz ohne den Schleier des Schauspiels.

„Mir fehlt die Kraft, unter Leute zu gehen“, ruft er den Leuten zu. Ich meine, ich schaffe es nicht, einkaufen zu gehen, wie soll ich es schaffen, auf eine Party zu gehen?“ Plötzlich verschwindet Shakespeare hinter der Maske der Pandemie. Sebastian oder Brach oder wer auch immer adressiert Dinge, die die Gesellschaft und insbesondere die Kultur seit knapp anderthalb Jahren umtreiben. „Ich weiß doch nicht mal mehr, wer ich bin, und was ich will“, ruft er. „Das ist doch alles fake! Und das ist mein Problem. Mein Beruf ist fake. Ich bin Schauspieler, ich spiele mir doch nur selber was vor.“

Am Ende schickt er – Brach oder Sebastian – das Publikum weiter. Er selbst wartet. Auf die nächsten Boote und auf den Kaffee, der ihm kurze Zeit später in einem Mehrweg-to-Go-Becher gereicht wird. Der Kaffee ist echt und er ist heiß. Viel mehr kann man vom Leben nicht erwarten.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In Gesprächen mit beteiligten Kunst- und Kulturschaffenden redet die Kulturwissenschaftlerin Janina Peters über Arbeitsprozesse, kreative Herausforderungen und den inspirierenden schleswig-holsteinischen Landkreis Herzogtum Lauenburg.

In der dritten Folge erfahren wir mehr mit und über die Chorleiterin Ingrid Kunstreich und ihren Chor Baltic Jazz Singers aus Lübeck:

Es sind viele. Sie stehen größtenteils in kleinen Grüppchen vorm Herrenhaus des Stadthauptmannshofes herum. Es wird geschwatzt und noch ein bisschen geübt. An der roten Backsteinmauer, die den Stadthauptmannshof von einem Wohnhaus abgrenzt, hat Birgit Waniorek ihre Utensilien aufgebaut. Eigentlich ist sie für die Maske zuständig. „Die größte Herausforderung ist aber die Einhaltung der Hygienevorschriften“, sagt sie.

Der 10. Juni ist ein lauer Sommerabend und das Kanu-Wander-Theater hat sich für die Generalprobe versammelt. Man muss sich kneifen und fragen: Kann das überhaupt sein? „Man muss jetzt abwarten“, hatte Regisseurin Michelle Affolter noch am 8. April in einem Telefonat erklärt. „Wir wissen ja nicht, was jetzt noch für Maßnahmen kommen. Wir hoffen, dass wir im Mai dann proben können.“ Man konnte die Skepsis bei diesem Telefonat heraushören. Es sprach da nicht nur Michelle Affolter, es sprach da auch die Erfahrung aus zu viel Lockdown, zu vielen Absagen von Berufs wegen. Wird das wirklich was werden mit der Aufführung? Wirklich? Oder sitze ich am Ende einer Fata Morgana auf?

Nun wird also tatsächlich gespielt: „Was ihr wollt“. Shakespeares rasante Komödie, die bereits 2020 auf dem Plan stand. Das Skript lag schon fix und fertig in Affolters Schublade, atmete jedoch die Lockerheit der Vor-Corona-Zeit. Die Regisseurin schrieb ein neues. Die einzelnen Szenen – es sind insgesamt 13 – haben sie im Mai geprobt. Jede Gruppe für sich. Heute soll nun das gesamte Stück einmal durchgespielt werden.

Mehr als 30 Darstellerinnen und Darsteller sind am Start. Es braucht ein paar Bleichenwangs, ein paar Malvolios, ein paar Orsinos – das sind Männer, die um die Gräfin Olivia, Zentrum der Komödie, kreisen. Außerdem sitzen da noch einige Marias, Tobys und Violas auf dem Rasen. Auch die begehrte Olivia ist selbstverständlich vertreten. Das Kostüm, ein schwarzes Kleid, macht der Rolle alle Ehre. Die Frau trauert laut Vorlage um ihren Bruder. Allein das Stück Stoff lässt hier keinen Zweifel zu: Die Darstellerin kommt wie eine uneinnehmbare Festung daher. Es braucht dafür keine besondere Gestik. Sie ist wie eine finstere Sonne, um die sich – ob sie will oder nicht – alles dreht.

Zunächst einmal nutzen die meisten Akteure die Schwerkraft und lassen sich auf dem Rasen vorm Schulseeufer nieder. Es kann losgehen mit der Generalprobe. Die Stimmung wirkt gelöst. Es ist, als hätte es die Zeit davor nie gegeben. Aber das ist natürlich nur eine Illusion. Das, was war, wirkt fort. So schnell lässt sich die Pandemie dann doch nicht abschütteln.

Doch hier und jetzt rücken die zurückliegenden Monate erst einmal in den Hintergrund. Nach den einzelnen Proben folgt nun der Durchlauf. Das Spiel beginnen Moritz Grabbe, Irene Benedict und Yuliya Zhyvitsa. Benedict ist Viola, die ihren Bruder Sebastian vermisst. Zhyvitsa will Grabbe mit dem Schifferklavier zum Tanzen animieren. Der spielt Orsino, einen Herzog, der unsterblich in Olivia verliebt ist.

Grabbe ist schon zum vierten Mal beim Kanu-Wander-Theater dabei. Er findet, dass die Proben im Grunde nicht anders abgelaufen sind als sonst. „Außer“, sagt er, „dass wir Masken getragen haben.“ Die Probe, die seine beiden Partnerinnen und er hinlegen, scheinen diese These zu stützen. Das Trio wirkt bestens präpariert.

Benedict alias Viola legt den Schalter sofort um. „Sebastian“, ruft sie. Ihr Blick geht über den Rasen und das versammelte Ensemble hinweg auf den Schulsee hinaus. Orsino liegt die Arme ausgebreitet rücklings auf einer Mauer. Zhyvitsh spielt. Orsino erhebt sich nach einer Weile und bewegt die Hände wie ein Dirigent zur Musik.

„Wolltest du nicht jagen, Orsino?“ fragt Zhyvitsa. „Was?“ fragt Grabbe. „Den Hirsch.“ Grabbe, Zhyvitsa und Benedict verdienen sich den Beifall des Ensembles. So weit, so klar. Was aber halten Regisseurin Affolter und ihre Assistentin Johanna Neutzling von dem Spiel? Das Duo steckt die Köpfe mit den drei Darstellerinnen und Darstellern zusammen. Es gibt keine Kritik vor versammelter Mannschaft. Was gesagt beziehungsweise geändert werden muss, ist eine intime Angelegenheit. Affolter lenkt das (Vor-)Spielen. Sie ist klar und bestimmt, aber sie verzichtet auf große Gesten, leistet sich keinen Egotrip auf Kosten des Ensembles. Die Orsinos, Violas und Malvolios danken es ihr mit einer Generalprobe, die dicht dran ist an ihren Vorstellungen. Auch Grabbe kommt gut weg mit seinem Spiel. Er hat – wie er sagt – ein bisschen zu lange auf dem Rücken gelegen. Aber das ist ein „Faux-Pas“, der sich – wie er bei der Premiere auf der Schmilauer Brücke demonstrieren wird – leicht beheben lässt.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In Gesprächen mit beteiligten Kunst- und Kulturschaffenden redet die Kulturwissenschaftlerin Janina Peters über Arbeitsprozesse, kreative Herausforderungen und den inspirierenden schleswig-holsteinischen Landkreis Herzogtum Lauenburg.

In der zweiten Folge hören wir die Regisseurin des Kanu-Wander-Theaters Michelle Affolter und die Kostüm- und Szenenbildernerin Hanne Lenze-Lauch.

Singen nur im Studio? Nöö. Bei Beat’n‘Dance sind sie sich einig: Performances aufnehmen, um sie anschließend ins Netz zu stellen – damit darf jetzt gerne mal Schluss sein. Mehr als ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie wollen die jungen Musikerinnen und Musiker endlich wieder auf der Bühne stehen.

Was vor wenigen Wochen kaum jemand zu hoffen wagte: Alle Signale stehen dafür mittlerweile auf „Grün“: Die Inzidenzen im Keller, der KulturSommer am Kanal vor der Tür. Zudem arbeiten die Organisatoren des Festivals um Intendant Frank Düwel und die Stadt Schwarzenbek fieberhaft daran, den Talenten die Bühne zurückzugeben.

 „Wir planen eine Kombination aus Musik am Wegesrand und einer Reihe von Minikonzerten im Rathaus“, sagt dazu Katrin Röser, Leiterin des Jugendzentrums Schwarzenbek. „Alles am kommenden Sonnabend.“ Tagsüber darf sich das Publikum zunächst sowohl in Lauenburg als auch in Schwarzenbek auf spontane Open Air-Auftritte mit den Talenten freuen. Am Abend des 12. Juni stehen dann um 18, 19 und 20 Uhr insgesamt drei Konzerte im Rathaus Schwarzenbek auf dem Programm. In unterschiedlichen Besetzungen werde jeweils eine Stunde gerockt, so Röser. Ein professionelles Hygienekonzept sei in Arbeit. Die Stadt Schwarzenbek arbeite dafür mit einem externen Dienstleister zusammen. Klar sei schon jetzt, dass pro Auftritt im Rathaus maximal 24 Besucherinnen und Besucher zugelassen seien.

„Wir sind froh, dass wir das jetzt so umsetzen können“, sagt Röser. Schließlich sei es das Herz von Beat’n‘Dance, gemeinsam auf der Bühne zu stehen. Für sie selbst ist es eine Premiere: Die Leitung des Jugendzentrums hat sie im Oktober übernommen. Damit ist es ihr erster KulturSommer am Kanal und das erste Mal Beat’n‘Dance im Rahmen des Festivals. Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß. „Ich genieße die Proben hier im Haus. Das ist schon ein tolles Niveau“, stellt sie fest. Röser weiß, wovon sie spricht: Die 35-Jährige hat lange Zeit als professionelle Musical-Darstellerin gearbeitet.

Ist sie angesichts ihrer Berufserfahrung in die Arbeit der Talente eingebunden? „Nein“, sagt sie, „dazu bin ich aktuell einfach zu ausgelastet.“ Die jungen Leute seien ohnehin sehr selbständig unterwegs und dementsprechend gut vorbereitet.

Und dann gibt es ja noch den KulturSommer-Intendanten Frank Düwel, der seit Jahren mit dem Ensemble von Beat’n‘Dance zusammenarbeitet. „Er“, weiß Röser, „wird in dieser Woche voll in die Inszenierung einsteigen.“

Karten für die Rathaus-Konzerte können unter der Telefonnummer 04151-5617 reserviert werden.

Der „Auflauf“ in Büchen ist nur kurz und – natürlich – pandemiekonform. Die Gäste lauschen am Schulweg in einem abgesperrten Areal den Eröffnungsreden. Wolfgang Engelmann spricht für die Stiftung Herzogtum Lauenburg, Axel Bourjau für Büchen, Meinhard Füllner für den Kreis und zuletzt Intendant Frank Düwel.

„Der KulturSommer am Kanal ist eröffnet“, stellt Düwel nicht ohne Genugtuung fest. Endlich. Nach all den Wochen der Ungewissheit. Die Worte sind der Impuls für die Besucherinnen und Besucher, sich in Bewegung zu setzen. Sie öffnen ihren Fokus. Hier und da bilden sich Pärchen oder auch kleine Gruppen. Man sieht sich. Man kennt sich. Man spricht miteinander. Einige wirken, als hätten sie soeben die lange Zeit des Lockdowns wie einen schlechtsitzenden Wintermantel von sich geworfen.

Was sie brauchen, ist eher eine Sonnenbrille. Der Wettergott meint es gut mit dem KulturSommer-Start. Der Himmel hat blankgezogen. Aber selbst mit zusammengekniffenen Augen kann man nicht genug von diesem Augenblick bekommen. So schön kann die Wirklichkeit sein. Das unfassbare Grün. Die Kunst. Irgendwo dazwischen. An Bäumen. Im Gras. Freunde, Bekannte, die man lange nicht gesehen hat. „Ach – du!“ „Wie lange schon?“ „Weiß nich‘.“ „Wie geht´s?“

Es ist das eigentliche Kunstwerk des Tages: Die Menschen zusammengebracht zu haben. Gerne würde man jetzt von oben darauf schauen, auf diese Choreografie des – gelenkten – Zufalls. In Echtzeit. Verfolgen wie die vielen Köpfe stetig an einem sich wandelnden Muster arbeiten. Jedenfalls eröffnet der Himmel über der Kunst den Blick auf sieben Stationen. Eine kleine Karte, die ausliegt, hilft den Besucherinnen und Besuchern bei der Orientierung. Das Motto des KulturSommer-Starts – „Im Perspektivwechsel – Büchen erFahren“ – erweist sich als eingetretene Prophezeiung.   

Alle sind auf dem Weg. Irgendwie. Jeder und jede für sich in seinem bzw. ihrem Tempo. Man sieht Leute, die schlicht nicht vom Fleck kommen, weil sie sich so lange nicht gesehen haben. Man sieht Menschen, die auf Bäume starren, und Bäume, die auf Menschen starren. Auf der Obstwiese stolpert man mitten im Gras über kunstvoll angeordnete Steine. Auf dem Spielplatz an der Pötrauer Straße prallen Bilderbuchwetter und Laissez-Faire-Stimmung auf die harte Wirklichkeit. Auf mehreren Bildschirmen läuft der Film „Corona bewegt“, den die zehnten Klassen der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule gedreht haben. Er zeigt ein Spiel mit Masken. Nein. Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Gibt es ein Happy End?

Diese Frage müsste man vielleicht mal Anja Franksen stellen. Am Stichkanal, einige hundert Meter Luftlinie vom Schulweg und der Pötrauer Straße entfernt, hat die Künstlerin Leitern in die Landschaft gestellt. Die Sprossen führen in den Himmel. Zumindest in dessen Richtung. Atheisten würden sagen: ins Nichts. Ob Franksen da mitginge?

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Aber es könnten an diesem Nachmittag hunderte Leitern ins Nichts sein. Sie wären wohl kaum dazu in der Lage, die Besucherinnen und Besucher zu verstören. Zu blau ist der Himmel an diesem 5. Juni. Zu schön und zu entspannt sind die Begegnungen nach der langen Kultur- und Kontaktsperre. Im Schatten der Leitern sieht man Gäste miteinander plaudern.

Manchmal sind die Welt und der Himmel eins. Ein Ort, den man achselzuckend zur Kenntnis nimmt, weil man im Verhältnis zur Ewigkeit die Furcht vor der Ungewissheit für einen Wimpernschlag der Zeit vergessen hat.

Fotos: Antje Berodt (2), Stiftung Herzogtum Lauenburg

Der KulturSommer am Kanal 2021 ist eröffnet. Mit einem Kunstparcours feierte die Stiftung Herzogtum Lauenburg am heutigen Sonnabend (5. Juni) in Büchen einen gelungenen Auftakt des mehrwöchigen Festivals. Diverse Besucherinnen und Besucher nutzten die Gunst der Stunde, sich nach der langen kulturellen Zwangspause auf den Weg zu machen und in die Welt der Kunst einzutauchen.

„Wir lechzen danach, dass wieder etwas passiert“, sprach Wolfgang Engelmann, Vizepräsident der Stiftung Herzogtum Lauenburg, bei seiner Eröffnungsrede an der Obstwiese am Schulweg 1A dem Publikum aus der Seele. Er unterstrich zudem die Leistung von Intendant Frank Düwel und seinem Team, ein solches Festival im Zeichen der Pandemie zu planen.

Dem Angesprochenen lieferte er damit die passenden Stichworte: Düwel bedankte sich bei den Kulturschaffenden, dass sie trotz der vielen Umplanungen der letzten Wochen und Monate durchgehalten hätten. Der Intendant machte zudem deutlich, dass es gerade jetzt Kunst und Kultur brauche. „Unser Verstand hat mitbekommen, was gerade passiert“, befand er. „Aber unsere Seele noch nicht.“

Dank ging darüber hinaus sowohl von Düwel als auch von Engelmann an die Sparkasse für ihr unverzichtbares Engagement als Premiumsponsor der Stiftung Herzogtum Lauenburg und an die Gemeinde Büchen als Gastgeber der Auftaktveranstaltung. Deren Bürgervorsteher Axel Bourjau zeigte sich schlicht „stolz“, dass seine Gemeinde diese Rolle übernehmen durfte.

Kreispräsident Meinhard Füllner lobte Intendant Düwel für die zum Markenzeichen gewordene ästhetische Handschrift des KulturSommers am Kanal. „Diese Eröffnung ist typisch für die Projekte des Festivals“, erklärte Füllner. Sie zeige die Verbindung von Kultur und Natur. Dies ziehe sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltungen.

Bei der diesjährigen Eröffnung wurde das Publikum unter dem Motto „Im Perspektivwechsel – Büchen erFahren“ auf die Reise geschickt. Die Kunst war auf insgesamt sieben Stationen verteilt. Unter anderem gab es Exponate von Martina Rahlfs, Anja Franksen, Alexis Haeselich und den von Schülerinnen und Schülern der Friedegart-Belusa-Gemeinschaftsschule gedrehten Videofilm „Ich-Covid“ zu sehen.

Hier gibt’s was auf die Ohren rund um den KulturSommer am Kanal der Stiftung Herzogtum Lauenburg – Lausche den Stimmen hinter den Kulissen des Festivals! 

In Gesprächen mit beteiligten Kunst- und Kulturschaffenden redet die Kulturwissenschaftlerin Janina Peters über Arbeitsprozesse, kreative Herausforderungen und den inspirierenden schleswig-holsteinischen Landkreis Herzogtum Lauenburg – viel Spaß!

Herzlich Willkommen zum KuSo 21! In dieser ersten Folge lauschen wir hinter die Festivalkulissen mit Frank Düwel, dem Intendanten des KulturSommers am Kanal. Vom 05. Juni bis zum 05. Juli gibt es wieder ein spannendes Kulturprogramm im Herzogtum Lauenburg, bei dem viele regionale Kunst- und Kulturschaffende beteiligt sind.

Wir hören Janina Peters (Kulturwissenschaftlerin, ursprünglich aus Schwarzenbek) im Gespräch mit Frank Düwel (Intendant des KulturSommers). Die Musik in dieser Folge wurde von Tim Seifert (Musiker bei Beat’n’Dance) komponiert.

Und hier geht’s zum Podcast: